Freitag, 21. Juni 2013

Erinnerung(en) (2)



Drinnen im Haus stirbt die hundertjährige Oma jeden Tag etwas mehr
und draußen wird in wenigen Stunden, mitten im Regen, eine Mohnblüte geboren.
Dieses Gleichnis ging mir beim Fotografieren über Nachbars Zaun 
und lange danach nicht aus dem Sinn;
... und dass die Oma, dann zutiefst in sich gedankenverloren,
manchmal mit ihrem 50 Jahre zuvor verstorbenen Mann erzählte und lachte.
So klar und so natürlich, als säße dieser neben ihr.
















Donnerstag, 20. Juni 2013

Erinnerung(en) (1)


Erinnerung(en) (2)
Erinnerung(en) (3)


Vor ein paar Jahren,
als ich im Haus von Mutter
für diese vertretungsweise unsere Oma 105 betreute und pflegte,
gab es immer Augenblicke des inneren Rückzugs um Oma's Sterben,
das Alltägliche und Besondere daran und darin .. in mir zu begreifen.

Bei einer solchen Gelegenheit
stand ich gedankenversunken am Zaun zum Nachbarn Paul,
einem alten Mann, der sommers Strohhut
und winters wundervoll seltsame Schiebermützen trug.
Paul sang leise bei der Gartenarbeit oder summte alte Melodien.

Am Tag der Aufnahmen regnete es, es stürmte, ich beobachtete
und fotografierte die aufgeregten Bienen, deren Flugkünste
und dramatischen Anflüge in Pauls wohlgepflegtem Mohnbeet.

Es sind sehr viele Aufnahmen geworden.
Immer wenn etwas Luft war bei Oma's Pflegenotwendigkeiten,
stand ich als digitaler Fotobeginner begeistert an diesem Zaun.











Donnerstag, 13. Juni 2013

Blümchenfotograf?


Jedes Einzelne,
der hier in Serie gezeigten Bilder hat
die Berechtigung nur für sich und allein gezeigt zu werden.
In jedem Bild geht, so man sich (als Fotograf oder Betrachter) die Zeit dafür gönnt,
ein eigener Inhalt in Aussage, Optik und Farblichkeit zu erkennen.
In jedem Bild, in jeder Nuance befindet sich eine emotionale Interpretation,
an welcher der Fotografierende, kaum Anteil hat.
Was dieser ablichtet, existiert darüberhinaus sowieso auch ohne ihn.
Auf den Blickwinkel kommt es an.
Beim Bilder machen und beim Bilder kucken.
Nicht die gute Kamera macht's und nicht der fotoschauende Blick.
Mensch sieht immer nur das, was er sehen will oder kann.

Licht und Schatten.
Wind und Stille.
Gras, dass sich bewegt,
Blau und Gelb, welches sich gekonnt mit Grün umgibt.
Umgekehrt?
Hhm?

Raffinesse oder ... Harmonie?






  

Freitag, 7. Juni 2013

Wünschendorf

In
die ganz großen
Hochwasserschlagzeilen des Jahres 2013
hat es der kleine Ort Wünschendorf
aus dem Landkreis Greiz, in Ostthüringen nicht geschafft.
Dennoch, die beindruckend emotionale Bildergalerie
von Tino Zippel  auf den Onlineseiten der Thüringer Landeszeitung
( Bildrechte Ostthüringer Zeitung) verdeutlicht nachhaltig 
das schreckliche Geschehen und vor allem die enge Verbundenheit
und Solidarität der  Bewohner mit ihrem Ort.

Wünschendorf ist eine sehr alte Gemeinde,
die 974 erstmals urkundlich erwähnt, noch heute nicht nur baulich
an das ehemalige Dominikanerinnenkloster Mildenfuth erinnert,
welches um 1200 nach Christi zu den mächtigsten Klöstern
hier im Vogtland zählte.

Sehenswert insbesondere und zum Beispiel auch
die romanische Kirche St. Veit, eine uralte, überdachte Holzbrücke,
der 80 Jahre alte Märchenwald und der Skulpturenpark
des Bildhauers Volkmar Kühn im Klostergarten.
 Wünschendorf, zwischen Gera und Greiz gelegen, 
ist von den vielen, ruhigen Wanderwegen
entlang der Elster mal ganz abgesehen, unbedingt einen Besuch,
wenn nicht eine ExtraReise wert.
Jetzt nach dem verheerenden Hochwasser um so mehr.
Hinfahren,  Ansehen.
Unbedingt.

















Montag, 3. Juni 2013

Fazit





Je stärker man Flüsse staut,
begradigt, Wasserausdehnungsgebiete bebaut,
verbaut, großflächig versiegelt und zubetoniert, desto vehementer
wird sich der Fluß, so die Bedingungen stimmen, dagegen wehren.
Irgendwann ergibt die Vielzahl
der einzelnen und menschgemachten Dinge
eine Summe.
Irgendwann ist dem Fluß dieses Hemd am Hals zu eng.
Das Fass läuft über.