Auf dem Sperrmüll gefunden.
Der Tragegriff ist neueren Datums,
fachmännisch von einem Sattler
(Lederhandwerker) ausgetauscht.
Der ursprüngliche Griff war wohl dem vieljährigen
Gebrauch nicht gewachsen,
was die persönliche Alltagsbedeutung dieser
Aktentasche unterstreicht.
Wieviel Frühstücksbrotbüchsen, wieviel Thermokannen mit Tee darin,
lassen einen Lederhenkel reißen?
Oder waren das die zwei Feierabendbierflaschen,
die unterwegs gekauft, jeden Tag, ein Arbeitsleben lang, müde heimgetragen
wurden?
Ein abgegriffener Kamm in der alten Aktentasche,
ein Stofftaschentuch, ein Heft mit
eingeklebten, vergilbten Konsumrabattmarken aus DDR-Zeiten
und sonst nichts.
Ist es das, ist das alles, was vom
Besitzer dieser Ledertasche übrig blieb?