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Mittwoch, 3. Juli 2013

es ist sommer


es ist sommer
über den feldern
die lerche
in wolken und himmel blau
mohn und wilder hafer
schwerer duft
süß und weich
stille
es ist sommer
mittags um halb zwei















Mittwoch, 12. September 2012

Tante Anna


Karl Wilhelm Ramler
Deutsche Dichter und Philosoph
1725 - 1798

Ein Fuchs, der auf die Beute ging,
fand einen Weinstock, der voll schwerer Trauben
an einer hohen Mauer hing.
Sie schienen ihm ein köstlich Ding,
allein beschwerlich abzuklauben.
Er schlich umher, den nächsten Zugang auszuspähn.
Umsonst! Kein Sprung war abzusehn.
Sich selbst nicht vor dem Trupp der Vögel zu beschämen,
der auf den Bäumen saß, kehrt er sich um und spricht
und zieht dabei verächtlich das Gesicht:
Was soll ich mir viel Mühe nehmen?
Sie sind ja herb und taugen nicht.

Ein Fuchs steht gerade fototechnisch nicht zur Verfügung.


Vielleicht aber tut es, siehe weiter unten, auch (m)ein Gartenfrosch,
um den nach wie vor modernen Inhalt der alten Fabel
vom Fuchs und den sauren Trauben "Verachten, was man nicht erreichen kann" mit Leben zu erfüllen.
In der Psychologie wird solches Schönreden 
von Versagen auch als Rationalisierung oder Kognitive-Disonanz-Reduktion bezeichnet.
Das heißt auf deutsch, einer Konfliktsituation wird nachträglich ein rationaler Sinn gegeben.
Das erinnert mich an Tante Anna (†).
Die war geizig. Sie heizte trotz klappriger Fenster höchst selten, 
trug deshalb im Winter immer, der darunterliegende doppelt so alt wie der alte obere, zwei Bademäntel in ihrer Wohnung und unter ihrer kältegeröteten Nase hing ein ewiger Tropfen.
Tante Anna war streng katholisch, besaß 27 zugelaufene Katzen und ging frühmorgens täglich zur Messe.
Wenn sie danach aus der Stadt zurückkam, sagte sie jedesmal vorwurfsvoll:" Heute haben sie schon wieder Roster gebraten!
Sie meinte damit auf dem Markt und Rostbratwürste:
"Die haben vielleicht geduftet.
Aber ich habe mir keine Wurst gekauft, die warn mär viel zu deier! *
Ich habe mich in den Rauch gestellt und das war so, als hätte ich eine gegessen."

* die waren mir viel zu teuer!






Freitag, 20. April 2012

Bärlauch







Hexenzwiebel 
ist nur eine von vielen Bezeichnungen, 
die Bärlauch (Allium ursinum) als  gesundes, vielverwendetes Küchenkraut oder als Arzneipflanze trägt.
Im Mittelalter wurden der Pflanze unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben.
Ganz sicher auch durch den kräftigen und aromatischen Knoblauchduft, den die Pflanze  besonders vor dem Aufblühen verströmt. 
Zu finden ist Bärlauch insbesondere in Laub -, und Mischwäldern oder an sonnengeschützten Plätzen mit lockeren, feuchtigkeitshaltenden Böden.
Dabei sollte man unbedingt wissen, dass es Verwechslungsmöglichkeiten mit zum Beispiel blattähnlichen,  sehr giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen, Aronstab oder Herbstzeitlose gibt und dass wildwachsende Kräuter nicht willkürlich geerntet werden dürfen.
Der Bärlauch in meinem Garten wächst unter lichtdurchlässigem Heckengehölz und ich verwende  frischen Bärlauch sehr gern für z.B. Salate mit Käse, in Soßen und Kräuterbutter, für Dips oder einfach auf dem Butterbrot.
Die Blätter grob gehackt, mit gutem Olivenöl und etwas Meersalz vermischt, ergeben eine lange haltbare Möglichkeit Bärlauch  in vielen Variationen zu nutzen.