Zielankunft Skater:
Samstag, 29. September 2012
Freitag, 28. September 2012
Berlin - Naturkunde
Naturkundemuseum:
Ein bißchen Abstand zu dem was mal war
(und zu dem was vielleicht noch kommt), ist manchmal ganz gut.
So manches Schlimme, so viel Gutes verliert durch Sterblichkeit und Distanz
die bis dahin erlebte Schrecklichkeit.
Alles ist endlich in diesem Sonnensystem, auf diesem Planeten auch und alles geht vorbei.
So habe ich das Berliner Naturkundemuseum beim Rundgang durch die Ausstellungsräume
verstehen gelernt.
Freude, Schmerz, das lebenslange Gerangel um Dasein, Sein und den (eigenen) Tod,
alles ist irgendwann vorbei, unwichtig geworden, nie gewesen und doch wahr?
Bei der Vorstellung sich selbst in ein paar tausend Jahren ausgestopft, aufgespiesst
oder in Stein gepreßt zu wissen, mag man heftig schaudern,
aber meinen ungeliebten Nachbarn, samt seiner Musikanlage in Granit erstarrt und vor allem stumm, das hat was.
Oh, es gäbe vieles was dieses Schicksal verdiente.
Frau von der Leyen noch flacher in Marmor, ein zerquetschter Euro
und ein Packen Hartz4 Formulare.
Die CD's von Hansi Hinterseer (Mich rufen die Berge) in tauben Quarzstein versenkt,
tote Handys zwischen grauen Schieferplatten und der ehrliche Biobauer
im versiegeltem Alkoholbehältnis für alle Zeiten mahnend ein- und zugestöpselt.
Der gepreßte Jahresmüll einer deutschen Kleinfamilie,
das Skelett des lärmirritiert gestrandeten Wals,
ein verstrahlter Schuh aus Fukushima,
das Gewehr eines Kindersoldaten im ausgehärteten Ebenholz.
Ölgetränkte Meeresvögel, die versteinerte Brille des Bürokraten vom Amt nebenan
und die in Gipskristallen versunkene Büste von Guido Westerwelle.
Ob in ein paar Millionen Jahren die Späteren nach uns, so es sie geben sollte,
wissen (wollen) wer und was das alles war?
Und nach dem Warum und Wofür fragen?
Wem - die Realität der gegenwärtigen Zeit, sprich: der Nachgeborenen Vergangenheit,
wirklich und in Wahrheit nutzte und wem, wieviel und welcher Art Vorteil daraus entstand?
Der anmutig luftbewegte, auf- und abschwebende Vogelflaum
im rundum durchsichtigen Schaukasten am Anfang (oder zum Ende?) des Führungsweges
versinnbildlicht die Verletzbarkeit, das gefährdete Gleichgewicht dieser einmalig schönen Welt.
Die sich Mensch zum Trotz selbstgestaltet und immer wieder neu und anders regeneriert,
so lange sie das kann.
Das habe ich mitgenommen für mich und das wir so ziemlich das Letzte waren und sind,
was erdgeschichtlich diesen Planeten betrat.
Weniger von Bedeutung als ein paar Staubkörner in Unendlichkeit und Zeit.
Die niemand will, keiner braucht, weil wir uns auf Kosten anderer ausschließlich selbst nutzen.
Und genau deshalb, vielleicht, hoffentlich bald, die Nächsten sind,
die wieder gehen (müssen).
Berlin.Entree
Bereits in den 1950er Jahren
gab es in der DDR Planungen für die Errichtung eines Fernsehturms
im damals geteilten Berlin, der zunächst in den Müggelbergen
im damals geteilten Berlin, der zunächst in den Müggelbergen
im Bezirk Köpenick errichtet werden sollte.
Der bereits begonnene Bau dieses Fernsehturms Müggelberge
Der bereits begonnene Bau dieses Fernsehturms Müggelberge
musste jedoch eingestellt werden, da er für die den Flughafen
Berlin-Schönefeld
an- und von ihm abfliegenden Flugzeuge eine Gefahr bedeutet hätte.
Von diesem Bau wurde lediglich der Stumpf fertiggestellt.
Als Standortalternative war eine Fläche
Von diesem Bau wurde lediglich der Stumpf fertiggestellt.
Als Standortalternative war eine Fläche
am Rande des Volksparks Friedrichshain vorgesehen.
Dieses Projekt kam jedoch über die Planungsphase nicht hinaus.
Bereits 1956 hatten DDR-Funktionäre
Dieses Projekt kam jedoch über die Planungsphase nicht hinaus.
Bereits 1956 hatten DDR-Funktionäre
die Baustelle des Stuttgarter Fernsehturms, des weltweit
ersten in Stahlbetonbauweise mit Korb, besichtigt
und 1959 wurde mit dem Fernsehturm Dequede
einer der ersten Nachbauten fertiggestellt.
Mit den immer umfangreicheren, auch in Ost-Berlin gut empfangbaren Programmen
einer der ersten Nachbauten fertiggestellt.
Mit den immer umfangreicheren, auch in Ost-Berlin gut empfangbaren Programmen
des Westfernsehens wuchs der Druck, in der eigenen Hauptstadt und ihrer
Umgebung
für guten Empfang des staatlichen Deutschen Fernsehfunks zu sorgen.
1964 wurde unter maßgeblicher Einflussnahme
1964 wurde unter maßgeblicher Einflussnahme
des ersten Sekretärs des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht,
die Errichtung des Fernsehturms im unmittelbaren Stadtzentrum beschlossen.
Die Architektur geht – ausgehend vom Vorbild Stuttgart – auf eine Idee
die Errichtung des Fernsehturms im unmittelbaren Stadtzentrum beschlossen.
Die Architektur geht – ausgehend vom Vorbild Stuttgart – auf eine Idee
von Hermann Henselmann und Jörg Streitparth zurück,
die Bauplanung erfolgte im VEB Industrieprojektierung Berlin.
Wichtigste Architekten waren hier:
die Bauplanung erfolgte im VEB Industrieprojektierung Berlin.
Wichtigste Architekten waren hier:
Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrendt.
Die Fußumbauung stammt von Walter Herzog und Heinz Aust.
Der Fernsehturm sollte eine „städtebauliche Höhendominante“ werden,
eine „Stadtkrone, die alles überragt und von der Sieghaftigkeit des Sozialismus kündet.“
In den Entwürfen von Henselmann sollte die Kugel rot angestrahlt werden.
Bruno Flierl hat ausgeführt,
Die Fußumbauung stammt von Walter Herzog und Heinz Aust.
Der Fernsehturm sollte eine „städtebauliche Höhendominante“ werden,
eine „Stadtkrone, die alles überragt und von der Sieghaftigkeit des Sozialismus kündet.“
In den Entwürfen von Henselmann sollte die Kugel rot angestrahlt werden.
Bruno Flierl hat ausgeführt,
dass die Metallfassade der Kugel Ähnlichkeiten zum sowjetischen Satelliten
Sputnik aufweisen
und somit die technologische Überlegenheit der sozialistischen Staaten versinnbildlichen sollte.
Zur Erfüllung der Funktion als Fernsehsender hätte ein Turm
und somit die technologische Überlegenheit der sozialistischen Staaten versinnbildlichen sollte.
Zur Erfüllung der Funktion als Fernsehsender hätte ein Turm
mit etwa 250 Metern Höhe ausgereicht;
der Berliner Turm sollte jedoch alle Türme jenseits des Eisernen Vorhangs deutlich überragen,
durfte aber den Fernsehturm Ostankino nicht übertreffen.
Zwecks Baufreimachung für die Errichtung des Fernsehturms
der Berliner Turm sollte jedoch alle Türme jenseits des Eisernen Vorhangs deutlich überragen,
durfte aber den Fernsehturm Ostankino nicht übertreffen.
Zwecks Baufreimachung für die Errichtung des Fernsehturms
sowie die Umgestaltung seiner Umgebung wurde die in der Mitte der 1960er
Jahre
in diesem Bereich noch erhaltene Bebauung
mit Ausnahme der
Marienkirche und des Roten Rathauses
abgerissen und der ursprüngliche aus dem Mittelalter stammende
Straßengrundriss
der Berliner Altstadt aufgegeben.
Am 4. August 1965 war Baubeginn.
Der Gesamtbauleiter und Chef der Deutschen Bauakademie Walter Kürschner
Am 4. August 1965 war Baubeginn.
Der Gesamtbauleiter und Chef der Deutschen Bauakademie Walter Kürschner
wurde bereits 1965 abberufen, da die Baukosten mit rund 200 Millionen
Mark
sechsmal höher wurden als ursprünglich kalkuliert.
Grund hierfür war unter anderem, dass zahlreiche Materialien importiert werden mussten:
Grund hierfür war unter anderem, dass zahlreiche Materialien importiert werden mussten:
die Außenverkleidung und die Scheinwerfer aus der Bundesrepublik,
Aufzüge sowie Klimaanlagen aus Schweden und Fenster aus Belgien.
Eine genaue Abrechnung über die Kosten wurde nie erstellt.
Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969
durch den damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht eingeweiht
Eine genaue Abrechnung über die Kosten wurde nie erstellt.
Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969
durch den damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht eingeweiht
und am 7. Oktober, dem Jahrestag der DDR-Gründung, eröffnet.
Zur Einweihung wurden die Architekten – entgegen üblicher Gepflogenheiten – nicht eingeladen.
Der Grund hierfür soll gewesen sein, dass sich Ulbricht
Zur Einweihung wurden die Architekten – entgegen üblicher Gepflogenheiten – nicht eingeladen.
Der Grund hierfür soll gewesen sein, dass sich Ulbricht
über die kreuzförmige Reflexion auf der Kugel („Rache des Papstes“)
geärgert habe.
Marienkirche - datierte Postkarte von 1906
mit handschriftlicher Nachricht:
Wundervolle, aber enorm anstrengende
Tage.
Sie machen sich keine Vorstellung, was es hier von
Meistern,
deren Namen man bisher nicht einmal kannte, zu
sehen gibt.
Ich fiel immer aus einer Überraschung in die
andere.
Jetzt Sonnabendnachmittag geht es nach Lpz
(Leipzig) zurück.
Ich freue mich auf den mündlichen Bericht zu
Ostern.
Herzlichsten Gruss
Historische Abbildungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marienkirche_%28Berlin-Mitte%29
http://www.berliner-historische-mitte.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Marienkirche_%28Berlin-Mitte%29
http://www.berliner-historische-mitte.de
-Der Neue Markt im Marienviertel 1860
Stich von J. Richter
Stich von J. Richter
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